Gunst-Ausstellung in Moskau

Gunst-Ausstellung Moskau

Gunst-Ausstellung und -Konzert des Musikwissenschaftlichen Seminars  im Staatlichen Glinka-Museum Moskau

Der Nachlass des russischen Komponisten Evgenij Gunst in Basel

Im Frühjahr 2010 wurde im Keller des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Basel der Nachlass des russischen Komponisten Evgenij Gunst entdeckt. Gunst war zu seiner Zeit ein angesehener Künstler des vorrevolutionären Russland, der mit den wichtigsten Persönlichkeiten der russischen Musikszene verkehrte. Nach den Revolutionswirren emigrierte er 1920 nach Paris und verstarb dort 1950 verarmt und unbekannt, obwohl er sich auch im Exil zeitlebens im kulturellen Umfeld betätigte. Heute taucht sein Name in fast keiner Enzyklopädie zur russischen Musik auf. Seine Biografie scheint aus dem allgemeinen Bewusstsein ebenso gelöscht wie aus der offiziellen Musikgeschichte.

Die Gunst-Ausstellug in Moskau 2014

Die methodologischen und didaktischen Chancen eines solchen Fundes bildeten für die Basler Musikwissenschaft den Anlass, eine Ausstellung über den Komponisten zu erarbeiten, die unter dem Titel «Fundstücke eines Lebens. Der Komponist Evgenij Gunst» 2011 in Basel zu sehen war.

Vom 10. September bis zum 5. Oktober 2014 wird die Ausstellung in einer russischen Übersetzung mit dem Titel «Находка, рассказывающая о жизни - композитор Евгений Гунст» im Staatlichen Glinka-Museum in Moskau gezeigt werden (Szenografische Umsetzung durch das Basler Innenarchitektur- und Szenografiebüro EMYL).
Hierbei stehen zwei Dinge im Fokus: Zum einen soll die Präsenz der Basler Musikwissenschaft in Moskau den kulturellen Austausch und die wissenschaftliche Diskussion zwischen Basel und Moskau fördern und weiterführende Lern- und Forschungsaktivitäten (etwa Master- und Dissertationsprojekte) eröffnen (im Moment entsteht etwa im Rahmen eines vom SNF geförderten Forschungsprojektes eine Studie zu Igor Strawinskys Balletten). Zum anderen soll die Ausstellung Moskauer Musikern, der Forschung sowie einer breiteren interessierten Öffentlichkeit den Zugang zu der in Vergessenheit geratenen Künstlerpersönlichkeit Evgenij Gunst ermöglichen. Partner vor Ort sind das Staatliche Glinka-Museum, das Center of Contemporary Music Moscow und das Alexander Solzhenitsyn Centre for the Study of Russian Diaspora.

Ausstellungseröffnung und Konzert in Moskau

2014 jähren sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und der Schweiz zum 200sten Mal. Da mit Gunst ein wichtiges Kapitel russischer Kulturgeschichte den Weg zurück in seine Heimat findet, wurde die Ausstellung des Musikwissenschaftlichen Seminars als Basler Kulturprojekt in das Jubiläumsprogramm der Schweizer Botschaft in Moskau aufgenommen und wird im Rahmen der Präsens des Kantons Basel-Stadt in Moskau am 10. September 2014 im Staatlichen Glinka-Museum eröffnet.
Im anschliessenden Konzert im Konzertsaal des Glinka-Museums werden neben den Basler Pianisten Prof. Dr. Jean-Jacques Dünki und Susanne Lang Solisten des Centre Contemporary Music Moscow (Leitung Prof. Vladimir Tarnopolski) ausgewählte Werke von Gunst aus dem Basler Nachlass teilweise erstmals in Russland aufführen.

Broschüre zur Ausstellung in russischer Übersetzung

Die Broschüre, die in Begleitung zur Ausstellung 2011 entstand, wurde anlässlich des Transfers der Ausstellung ins Staatliche Glinka-Museum in Moskau redaktionell bearbeitet und ins Russische übersetzt.

Termine

Ausstellungseröffnung:
10. September 2014, 18 Uhr (Staatliches Glinka-Museum Moskau, Foyer 1. OG)
Konzert:
10. September 2014, 19 Uhr (Staatliches Glinka-Museum Moskau, Konzertsaal)

Projektleitung Moskau:
Leila Zickgraf

Mitarbeit:
Marc Givel

Presse:
"uniintern"-Artikel vom Oktober 2014 [PDF (2.5 MB)]
Uni-News vom 11. September 2014
SMZ-Artikel vom 8. September 2014
BAZ-Artikel vom 29. August 2014 [PDF (53 KB)]

Erwähnungen in russischsprachigen Medien [PDF (354 KB)]

Bilder der Vernissage

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