Tonalität nach 1950 - Tonality since 1950

Internationale Konferenz, 23. bis 24. Mai 2014

„Tonalität“ stellt nach 1950 eine ideologisch aufgeladene Kategorie dar, deren Relevanz sowohl für die kompositorische Praxis im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert als auch für die Musikgeschichtsschreibung eher skeptisch beurteilt wird. Die Tagung geht hingegen von der Prämisse aus, dass das Phänomen Tonalität durchaus für weite Teile der Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts bedeutend ist. Zu untersuchen sind daher erstens die kulturellen Paradigmen, die das Verständnis des Begriffs „Tonalität“ im späteren 20. Jahrhundert geprägt haben. Zur Unschärfe der Kategorie „Tonalität“ trägt auch bei, dass es sich beim Phänomen Tonalität im 20. Jahrhundert nicht mehr um eine konventionalisierte kompositorische und/oder wahrnehmungsästhetische Praxis handelt, sondern Tonalität immer als Ergebnis von kulturell geprägten und gleichzeitig höchst individuellen Aneignungs- und Verwandlungsprozessen auftritt. Die international besetzte Tagung setzt sich zum Ziel, diese Prozesse zu analysieren und neue Perspektiven auf die Musik des späteren 20. Jahrhunderts zu entwickeln.

Vortragende:
Joseph Auner (Tufts University), Markus Böggemann (Universität Kassel), Seth Brodsky (The University of Chicago), Judit Frigyesi (Bar-Ilan University), Simone Heilgendorff (Universität Salzburg), Volker Helbing (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Felix Meyer (Paul Sacher Stiftung Basel), Ulrich Mosch (Universität Genf), Simon Obert (Paul Sacher Stiftung Basel), Keith Potter (Goldsmith College, University of London), Wolfgang Rathert (Ludwig-Maximilians-Universität München), Philip Rupprecht (Duke University), Ullrich Scheideler (Humboldt-Universität zu Berlin), Felix Wörner (Universität Basel)

Flyer (inkl. Programm) [PDF (311 KB)]

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