28. April 2015 - Horst Weber (Berlin)

Anton Webern Vortrag: Webern und die Tradition des Kanons

Die Anton-Webern-Vorträge sind eine in lockerer Folge stattfindende Vortragsreihe mit Beiträgen international renommierter Musikwissenschaftler zu Anton Webern und seinem Umfeld. Die Vorträge richten sich gleichermassen an Wissenschaftler, Studierende und Musikinteressierte.
Die am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel entstehende Anton Webern Gesamtausgabe freut sich sehr, in diesem Frühjahr Horst Weber, einen ausgewiesenen Kenner der Musik der Wiener Moderne, als Redner begrüssen zu dürfen. Im Anschluss an den Vortrag sind alle Zuhörer zu einem kleinen Apéro eingeladen.

Prof. Dr. Horst Weber wurde 1944 in Koblenz geboren und studierte 1962–68 Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Dirigieren an der Universität bzw. an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien. 1970–72 war er an der Universität in Göttingen tätig, 1973–74 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 1975 Redaktionsmitglied des Riemann-Musiklexikons in Mainz und 1975–78 Assistent an der Universität Bonn; 1978–2010 war er Professor für Musikwissenschaft an der Folkwang Universität der Künste, Essen. 1994 habilitierte er sich an der TU Berlin. 2011–12 hatte er eine Gastprofessur an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien inne. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Musik der Mozart-Zeit, die Musik der Wiener Moderne, Musiktheater, Mentalitätsgeschichte und Musik in der Emigration. Gemeinsam mit Stefan Orgass gab er die Folkwang-Studien (Hildesheim 2005ff.) heraus.

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6. Mai 2015 - Martina Wagner-Egelhaaf (Münster)

Autorschaft und Werk. (Auto-)Biographische und (Auto-)Fiktionale Zugänge

Nach der Debatte um Tod und Wiederkehr des Autors fragt der Vortrag nach den Modi des biographischen Bezugs in der Analyse von künstlerischen Werken. Der Beitrag argumentiert aus der Perspektive der Literaturwissenschaft, fragt aber nach der Möglichkeit der Übertragung seines Ansatzes auf andere Künste, insbesondere Musik und Bildende Kunst. Dabei soll die Debatte um das Thema ‹Autofiktion›, das die Grenze von ‹Leben› und ‹Werk› in Frage stellt, aufgegriffen werden, um den Werkcharakter von Autorschaft in den Blick nehmen zu können.

Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Tübingen, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Sie habilitierte 1994 an der Universität Konstanz und folgte ein Jahr später einem Ruf an die Ruhr-Universität Bochum. Seit 1998 ist Wagner-Egelhaaf Professorin für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Neben Gastdozenturen in den USA, Usbekistan und China, war sie Senatorin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Martina Wagner-Egelhaaf ist heute unter anderem Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne und ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften; ihre Forschungsschwerpunkte sind in den Bereichen Literaturwissenschaft als Kunstwissenschaft, Rhetorik sowie Autobiographie/Autofiktion angesiedelt.

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19. Mai 2015 - Sabine Ehrmann-Herfort (Rom)

Palestrina und das Cinquecento-Madrigal in Rom

Im Cinquecento entsteht im Umfeld der Medici in Florenz und kurz danach auch in Rom eine neue, genuin italienische musikalische Gattung, durch die in der Folgezeit die toskanische Sprache in ganz Europa Verbreitung findet: das Madrigal. Eine erste Blüte erlebt es in Rom um 1550, und mit diesen Anfängen des Madrigals in der Papststadt wird sich der Vortrag beschäftigen. Dabei geht es um Rom als wichtige Musikstadt und Zentrum internationaler Kulturbegegnungen. So sind am dortigen geistlichen und weltlichen Musikleben Mitte des 16. Jahrhunderts auch zahlreiche nicht-römische Akteure beteiligt. Außerdem werden römische Musikinstitutionen vorgestellt, an denen die Protagonisten des frühen Madrigals tätig sind. In diesem Rahmen spielt auch Giovanni Pierluigi da Palestrina eine wichtige Rolle, der seine kompositorische Laufbahn in Rom mit einem Buch weltlicher Madrigale beginnt.
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Dr. Sabine Ehrmann-Herfort ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin der Musikgeschichtlichen Abteilung des Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Rom sowie Mitherausgeberin der Schriftenreihe Analecta musicologica des DHI in Rom. Nach dem Studium der Musikwissenschaft, der Klassischen Philologie und der Philosophie an den Universitäten Tübingen und Freiburg i. Br. und der Promotion im Fach Musikwissenschaft bei Hans Heinrich Eggebrecht war Ehrmann-Herfort in Freiburg wissenschaftliche Mitarbeiterin am Musikwissenschaftlichen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität sowie am Akademieprojekt Handwörterbuch der musikalischen Terminologie. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Oper und Musiktheater, musikalische Terminologie, italienische Musikgeschichte und Musiktheorie, Migrationsforschung und Kulturgeschichte der Musik.